Dem Glacier Express auf zwei Rädern folgen
Andermatt, 12. Juni 2026
Den Glacier Express kennt fast jede und jeder. Der langsamste Schnellzug der Welt fährt seit Jahrzehnten durch einige der schönsten Landschaften der Schweiz. Doch entlang derselben Strecke gibt es noch eine andere Möglichkeit, die Alpen intensiv zu erleben: auf zwei Rädern.
Von St. Moritz über Andermatt bis nach Zermatt führt die Glacier Bike Tour durch drei Kantone, über legendäre Alpenpässe und vorbei an eindrucksvollen Naturkulissen. Rund 370 Kilometer und 9’500 Höhenmeter warten unterwegs. Dank E-Bike bleibt aber genügend Zeit, um Aussichtspunkte zu geniessen, in kleinen Bergdörfern Halt zu machen oder einfach einen Moment inmitten der Bergwelt zu verweilen. Die Route eignet sich zudem auch ideal für Gravelbikes.
Drei Pässe, unzählige Eindrücke
Was unterwegs besonders beeindruckt, ist die enorme Vielfalt entlang der Strecke. Bereits im Engadin beeindrucken Seenlandschaften und die UNESCO-Welterbe-Strecke der Rhätischen Bahn. Später folgen die Rheinschlucht, die Surselva und schliesslich die hochalpinen Passlandschaften rund um den Oberalp- und Furkapass.

Mit dem E-Bike oder Gravelbike hoch über dem «Swiss Grand Canyon».
Entlang der Route treffen historische Verkehrswege, legendäre Alpenpässe und eindrucksvolle Bergkulissen aufeinander. Während man mit dem Bike langsam Höhenmeter sammelt, verändert sich die Landschaft stetig – von grünen Tälern bis hin zu rauen Steinlandschaften auf über 2’000 Metern Höhe.

Kurven, Berge und Weitblick – unterwegs Richtung Urserntal.
Genuss statt Kilometerjagd
Auch wenn die Zahlen zunächst beeindruckend wirken, geht es unterwegs nicht um sportliche Höchstleistungen. Entwickelt wurde die Route speziell für E-Bike-Fahrende, die Bewegung, Natur und Genuss miteinander verbinden möchten. Die einzelnen Etappen sind bewusst so gestaltet, dass neben dem Fahren genügend Zeit für spontane Zwischenstopps, regionale Kulinarik oder kleine Entdeckungen entlang der Strecke bleibt. Die verschiedenen Abschnitte eignen sich zudem hervorragend für Gravelbikes und bieten abwechslungsreiche Fahrerlebnisse zwischen Passstrassen, Naturwegen und alpinen Landschaften.

Nicht nur die Pässe machen die Route besonders...

….sondern auch die kleinen Orte unterwegs.
Besonders praktisch: Entlang der Strecke befinden sich zahlreiche Bahnhöfe der Matterhorn Gotthard Bahn und Rhätischen Bahn. Dadurch lassen sich einzelne Etappen flexibel anpassen oder verkürzen. Gerade Andermatt eignet sich ideal als Zwischenstopp oder Ausgangspunkt für einzelne Teilstrecken.
Unterwegs entlang der berühmtesten Bahnstrecke der Schweiz
Immer wieder begleitet die Bahnlinie des Glacier Express die Route. Während die Züge durch Täler, Tunnel und über spektakuläre Viadukte fahren, erlebt man die Landschaft auf dem Bike deutlich intensiver. Man spürt Temperaturwechsel, hört Bäche rauschen und entdeckt Orte, die man aus dem Zug kaum wahrnehmen würde.

Während unten geradelt wird, rollt der Zug jeweils oben vorbei.
Gerade diese Kombination macht den besonderen Reiz der Glacier Bike Tour aus: Sie verbindet Bewegung mit Entschleunigung. Statt möglichst schnell ans Ziel zu kommen, wird der Weg selbst zum Erlebnis.
Mein Tipp für die Tour
Wer die Route plant, sollte genügend Zeit einrechnen, nicht nur für die Kilometer, sondern auch für die vielen Momente dazwischen. Ein Kaffee mit Aussicht, eine Pause an einem Bergbach oder ein spontaner Halt in einem kleinen Dorf gehören genauso dazu wie die eigentlichen Etappen.

Sonnenaufgang auf der Furkapassstrasse oberhalb von Realp.
Besonders eindrucksvoll bleibt die Fahrt über den Furkapass mit Blick auf die hochalpine Landschaft rund um den Rhonegletscher.

Das Hotel Belvédère ist eines der berühmtesten Fotomotive entlang der Glacier Bike Tour. Aber auch die Ankunft in Zermatt mit Sicht aufs Matterhorn ist ein unvergesslicher Abschluss dieser besonderen Alpenüberquerung.

Say cheese! Verdientes Selfie nach der Ankunft in Zermatt.
