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Totem

Kunst im Urserntal

Totem von Loris Hersberger

Lori Hersberger studierte Videokunst und Bildhauerei an der Schule für Gestaltung in Basel. Nach seinem Studium begann er Installationen zu konzipieren. Dabei verwendete er die verschiedensten Materialien wie fluoreszierender Farbe, Neonlicht, Chromstahl oder Spiegelglas, wie beim «Totem». Seinen bisher grössten Erfolg feierte er mit der Einzelausstellung «Lori Hersberger - Phantom Studies» 2008 im Musée d’art contemporain in Lyon. Für seine Werke, welche in Sammlungen in Europa und den Vereinigten Staaten vertreten sind, erhielt er zahlreiche Auszeichnungen. Beispielsweise den Eidgenössischen Preis für Freie Kunst (1999 und 2000) und den Manor-Kunstpreis Basel (2001).

Nebst dem Totem gibt es im Urserntal noch weitere Skulpturen und Kunstwerke. Diese stammen zum einen von Einheimischen, aber auch von international bekannten Künstlern und Künstlerinnen.

Teufelsmalerei von Heinrich Danioth

Der Urner Maler und Dichter Heinrich Danioth begann bereits 1916 mit seinem künstlerischen Wirken. Grösseres Aufsehen erregte er im Jahr 1927 als er von seinen Auslandsreisen heimkehrte. Neben vielen neuen Eindrücken brachte er damals auch den Expressionismus in den Kanton Uri. Seine Werke wurden über die Jahre immer bekannter und so kam er auch zu einigen grossen Aufträgen. Einer davon ist das 1950 entstandene Teufelsbild mit Geissbock. Dieses Gemälde thront an einer senkrecht abfallenden Felswand in der Schöllenenschlucht, direkt oberhalb der Teufelsbrücke. Das Werk war in der Urner Bevölkerung umstritten. Es wurden Unterschriften gesammelt, damit das Wandbild wieder entfernt würde. «Sie möchten einen schönern Teufel und wünschen darum diesen Teufel zum Teufel», schrieb dazu das Satiremagazin «Nebelspalter». Das ursprüngliche Bild musste 1955 der Sprengung für die neue Nationalstrasse weichen. Danach war von dem Werk nur noch der Kopf des Teufels mit Dreizack zu erkennen. 1961 wurde entschieden, dem Teufel einen neuen Platz zu geben. Das Wandbild wurde etwas weiter oben als ursprünglich aufgemalt. Seit damals hat der Teufel mit Geissbock seinen unbestrittenen Platz an der steilen Felswand über der Schlucht mit der tosenden Reuss. 2021 wurde das Gemälde restauriert, damit der Teufel wieder im roten Kleid über der Teufelsbrücke prangt.

Steinmandli von Ugo Rondinone

Das Erste, das die Gäste beim Ankommen in Andermatt sehen, ist das Steinmandli. Der sieben Meter hohe und 22 Tonnen schwere Koloss steht auf dem Kreisel am Eingang zum Dorf. Der international bekannte Schweizer Künstler Ugo Rondinone fertigte dieses Werk auf Anfrage des ägyptischen Visionärs Samih Sawiris an. Dieser liess die Skulptur als neues Wahrzeichen von Andermatt errichten. Am 18. Mai 2017 war Samih Sawiris für die Einweihung des Steinmandli persönlich vor Ort.

Die Skulptur symbolisiert die Verbindung zwischen alt und neu sowie nah und fern. Somit passt das Steinmandli hervorragend zu Andermatt, wo diese Welten täglich aufeinandertreffen. Der Künstler taufte sein Werk ursprünglich «Human Nature». Es soll die Einfachheit und die Urgewalt der Berglandschaft widerspiegeln. Das eindrückliche Steinmandli wird in der Umgebung der Schweizer Alpen eins mit der Natur.

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